Pressemitteilung vom 04. März 2014
Lausitzer LesArt präsentiert Lesung von Götz Aly
„Die Belasteten“ – eine erschütternde Studie über eine verdrängte Zeit
Im Rahmen der Lausitzer LesArt wird Götz Aly am 27. März sein Buch „Die Belasteten: ‚Euthanasie’ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte“ in der Orangerie vorstellen. In seiner umfassenden und faktenreichen Studie widmet sich Götz Aly den Euthanasie-Morden und geht der schwierigen Frage nach, wie wir damit umgehen. Seine Erkenntnisse bringen Licht in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Moderierend durch den Abend führen wird Henrik Röder vom Brandenburgischen Literaturbüro.
200.000 Deutsche wurden zwischen 1939 und 1945 ermordet, weil sie psychisch krank waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten. Die Scham ist bis heute spürbar. Und auch die Rechtfertigungen vieler Beteiligter, die zum Teil bis heute von Gnadentod und Erlösung sprechen. Götz Aly geht diesen Rechtfertigungen nach und fragt, warum viele Mütter, Väter und Geschwister den Mord an ihren behinderten Angehörigen oft stillschweigend hinnahmen. „Der Autor liefert mit seiner faktenreichen Untersuchung einen beklemmend aktuellen Bericht über das Wesen des Menschen. Götz Aly fragt nach, wo viele vor ihm haltmachten – das ist auf eine Weise beeindruckend, anderseits erschütternd. Auf jeden Fall ein Thema, das ein großes Lesepublikum verdient hat“, sagt Birgit Tanner, Hotelleiterin von Schloss Lübbenau.
Götz Aly wurde 1947 in Heidelberg geboren, studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt worden. Zuletzt veröffentlichte er „Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Blick zurück (2008)“ und „Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933“ (2011). Er gehörte von 2004 bis 2010 zu den Mitbegründern der Quellenedition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945“. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis und 2012 den Ludwig-Börne-Preis.
Die Lesung findet im Rahmen der regelmäßig vom Brandenburgischen Literaturbüro, der Lausitzer Rundschau und Schloss Lübbenau durchgeführten Lausitzer LesArt, mit Unterstützung durch die Konrad Adenauer Stiftung, Politisches Bildungswerk Brandenburg statt.
Beginn der Lesung ist am 27. März um 19 Uhr in der Orangerie. Reservierungen sind im Schloss unter 03542 8730 oder per E-Mail an info@schloss-luebbenau.de möglich. Tickets können auch direkt über die Homepage www.schloss-luebbenau.de bestellt werden.